Wer sich in unserer Gesellschaft und der aktuellen Politik zurechtfinden will, sollte wissen, wie diese funktionieren. Ein tieferes Verständnis dieser Themen vermittelt der Sozialkunde-Leistungskurs, den ich vor bald drei Jahren voller Begeisterung gewählt habe. Nun, fast zu Ende der Oberstufe, kann ich auf zweieinhalb interessante, aber teilweise auch anstrengende Jahre zurückblicken.

Im Laufe der Oberstufe werden in Sozialkunde vier große Themenbereiche behandelt. Anfang der elften Klasse begannen wir mit dem Themengebiet Gesellschaft & Sozialpolitik. Neben Schemata zur Einordnung der Bevölkerung in soziale Schichten oder Milieus spielte unser Sozialsystem (und Kritik daran) eine wichtige Rolle.
Das zweite große Thema ist Wirtschaft. Angefangen mit wirtschaftstheoretischen Modellen und deren Geschichte wurde es bald konkret: Verschiedene Wirtschaftssysteme wurden kennengelernt und diskutiert, so auch Deutschland mit seiner sozialen Marktwirtschaft.
Neben gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen nahm die Politik einen großen Teil des Unterrichts ein. Wir behandelten – wie bereits in der Mittelstufe grob geschehen – die Institutionen unseres politischen Systems, erörterten Herausforderungen und Kritik und verglichen Deutschland mit anderen Nationen. Politische Theorien (wieso leben wir in Staaten zusammen und wie funktionieren diese?) wurde in diesem Kontext auch besprochen.
Das letzte der vier großen Themen, internationale Politik, behandelten wir im letzten Halbjahr, wobei auch der Vergleich verschiedener Staats- und Regierungssysteme aus dem vorangegangenen Themenblock half. Angefangen mit verschiedenen Schemata zur Einordnung von Konflikten und Modellen zur Friedensbewältigung folgten in den letzten Wochen internationale Organisationen. Besonders intensiv beschäftigten wir uns auch mit der EU, deren Institutionen und Arbeitsweisen, die wir – Überraschung! – diskutierten und kritisch hinterfragten.

Besonders im letzten halben Jahr und der zugehörigen Kursarbeit merkte ich, wie sich das vorher Gelernte zusammenfügte und ein zusammenhängendes, doch ziemlich vollständiges Bild der politischen Realität ergab. Die Arbeit mit Schemata, die in allen Themenbereichen wichtig ist, wirkt zunächst anstrengend, hilft aber, aktuelle Situationen sinnvoll einzuordnen. Und es ist ein tolles Gefühl, einen Zeitungsartikel zu lesen und darin verschiedene, im Unterricht erlernte Modelle, Ideen und Strömungen wiederzufinden, da so alles einen Sinn sowie das oben angesprochene vollständige Bild ergibt.

Oft wird Sozialkunde als „Laberfach“ abgetan und von vielen als Backup gewählt, das Fach ist jedoch durchaus anspruchsvoll. Wer Sozialkunde-LK wählt, sollte gut über die aktuelle Politik informiert sein, da dies oft in Kursarbeiten abgefragt wird. Hilfreich ist hierfür auch die Lektüre der Zeitungen, die mein Kurs luxuriöserweise gratis erhielt. Allerdings muss klar gesagt werden, dass das umfassende Informieren zeitlich nicht immer möglich ist. Da Diskussionen auf einer soliden inhaltlichen Grundlage stehen sollten, empfiehlt es sich, dem Auswendiglernen von Schemata und Fakten nicht grundsätzlich abgeneigt zu sein, da dies zumindest bei mir einen wesentlichen Teil der Vorbereitungen auf Klausuren einnahm. Das Wichtigste ist jedoch mit Abstand die Diskussionsfreudigkeit sowie die Bereitschaft, sich auch auf komplizierte Sachverhalte einzulassen und dort auf Grundlage des Gelernten sachbezogen zu argumentieren.

Für wen das nun abschreckend klang: Sozialkunde ist sicherlich das ideale Fach für alle, die sich für aktuelle Politik, Gesellschaft (sowie ihre Probleme) und Wirtschaft interessieren, gerne diskutieren und ihre Kenntnisse unseres politischen Lebens ausbauen wollen. Ich bin nach wie vor begeistert von diesem Fach und sehr froh, es als Leistungskurs gewählt zu haben, da ich das dort vermittelte Wissen als sehr wichtig für die eigene politische Rolle innerhalb der Gesellschaft empfinde.

von Sophie Korgitzsch (MSS 13, Kursleiterin: Frau Hoff)

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