Eine spannungserfüllte Atmosphäre herrschte in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums am Abend des 15.4.16, einem Freitag, denn viele Zuschauer hatten sich versammelt, um zwei französischsprachige Aufführungen der Gruppe „La Parodienne“ aus Paray-le-Monial anzuschauen. Diese präsentierte die Stücke „Une demande en mariage“ (Ein Heiratsantrag) von Anton Tcheckhov und „Dormez, je le veux“ (Der Diener als Hypnotiseur) von Georges Feydeau anlässlich der 50-jährigen Partnerschaft zwischen unseren beiden Städten. Viele waren gekommen, um die Aufführungen zu sehen und waren gespannt, die Theaterstücke selbst zu erleben.

Beide Einakter waren sowohl abwechslungsreich als auch sehr lustig und begeisterten die Zuschauer. So handelt „Une demande en mariage“ von einem nervösen, ängstlichen Junggesellen mit dem Namen Iwan Lomov, der bei seinem Nachbarn, dem Gutsherrn Stepan Tschubukow, um die Hand dessen Tochter Natalja anhalten möchte. Der Versuch misslingt aber fürchterlich und endet in einem Streit über ein Stück Land und darüber, wer den schnelleren Jagdhund besitzt. Infolge des Konflikts droht der nervöse Junggeselle daraufhin mehrmals in Ohnmacht zu fallen, er leidet unter Herzproblemen und die Situation ist für ihn unerträglich, da er seiner Auserwählten keinen Antrag machen kann. Zu guter Letzt kommt es, nach einer neuerlichen Herzattacke Iwans, aber doch noch zu der entscheidenden Frage und die beiden beschließen, zu heiraten.

Auch die zweite Aufführung nach einer kurzen Pause ließ garantiert keine Langeweile beim Publikum aufkommen. Bei „Dormez, je le veux“ wurde eine sehr turbulente und lustige Aufführung geboten. So stellt in diesem Stück der arbeitsunwillige Diener Justin fest, dass er hypnotische Fähigkeiten besitzt. Diese nutzt er fortan, um sich seiner Arbeit zu entledigen, er hypnotisiert seinen aggressiven Herren Boriquet, sodass dieser seine Aufgaben immer öfter selbst erledigt. Doch ein neues Problem drängt sich auf: sein Herr möchte die Tochter des Doktors Valencourt heiraten. Dies muss Justin verhindern, möchte er sein komfortables Leben weiterhin genießen. Im Verlauf der Handlung kommen dann der Doktor und seine Tochter bei Boriquet zu Besuch, was anfangs jedoch fürchterlich schief geht, da sich der Hausherr unter Hypnose teilweise sehr lustig und seltsam verhält und die Hochzeit scheinbar doch nicht vollzogen werden soll. Am Ende kommt aber doch noch ans Licht, dass der Diener die Ursache des ganzen Übels war. Er wird am Ende ebenfalls hypnotisiert und darf seinen Herrn nie wieder unter Hypnose stellen.

Bei beiden Stücken muss man den Schauspielern ein großes Kompliment machen. Sie spielten sehr überzeugend und verliehen den Stücken einen wirklich witzigen und einzigartigen Charakter. Unvergessen bleiben die hervorragend gespielten Herzattacken und die Verhaltensweisen der unter Hypnose stehenden Protagonisten. Das Publikum hatte sehr viel zu lachen und konnte sich gut amüsieren. Die französische Sprache war dabei anspruchsvoll, aber beide Stücke waren als solche von ihrer Handlung her immer sehr gut zu verstehen.

Alles in allem kann man der Gruppe aus Paray-le-Monial nur „merci“ sagen. Dass die Stücke auch außerhalb der Schullandschaft gut ankamen, zeigte sich auch am nächsten Abend, als beide Stücke mit großem Erfolg nochmals im Dürkheimer Haus aufgeführt wurden. Auch ist natürlich dem Förderkreis zu danken, ohne dessen Unterstützung dies alles nicht möglich gewesen wäre. Es war schön, eine Gruppe aus unserer Partnerstadt bei uns zu haben und es bleibt nur noch zu sagen: Hoffentlich „à bientôt“!

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